Was wird untersucht?
Der Mikroalbumin-Test ist ein früher Indikator einer Nierenschädigung. Es werden hierbei die kleinen Mengen von Albumin gemessen, die mit dem Urin bereits lange vor einem manifesten Nierenschaden ausgeschieden werden. Albumin ist ein Protein, das von der Leber gebildet und an das Blut abgegeben wird. Deshalb findet es sich in relativ hoher Konzentration im Blutplasma. Bei einer Schädigung Nieren kann es zu einer abnormen Durchlässigkeit des glomerulären Filters für dieses Protein kommen, so es verstärkt im Urin erscheint. Zu einer solchen Einschränkung der renalen Filterfunktion kann es u. a. bei Diabetes mellitus oder Arterieller Hypertonie kommen. Dabei zeigt eine steigende Albumin-Konzentration einen Progress der Nierenschädigung an. Albumin kann aber auch physiologischerweise im Urin auftauchen, z.B. nach starker körperlicher Aktivität.
Da es sich bei Albumin um ein relativ kleines Protein handelt ist es eines der ersten Proteine, das bei einer entsprechenden Nierenschädigung im Urin erscheint. Patienten mit einer konstant nachweisbaren Mikroalbuminurie (Ausscheidung von kleinen Mengen Albumin mit dem Urin) haben somit ein erhöhtes Risiko eine fortschreitende Nierenschädigung oder auch kradiovaskuläre Störungen zu entwickeln. Die mit dem Urin ausgeschiedene Menge an Albumin variiert im Tagesverlauf, so dass die beste Testmethode die aus 24 h-Sammelurin ist. Dieses Verfahren ist mühsam und bedarf einer effektiven Mitarbeit durch den Patienten. Im Falle von Kindern kann es sich dabei sehr schwierig gestalten, ohne einen Blasenkatheter auszukommen. Da die Genauigkeit des Testergebnisses wesentlich von der Sammlung des gesamten 24 h-Urins abhängt, geht man jetzt zunehmend dazu über, kleinere Sammelperioden zu wählen (4 h oder eine Sammlung über Nacht) oder auch eine Spontan-Urinprobe für die Bestimmung zu verwenden.
Urin-Proben mit einer Sammelperiode, die kleiner als 24 h ist, sind zwar weniger genau, das Ergebnis kann aber durch eine gleichzeitige Bestimmung der Kreatinin-Konzentration besser eingeordnet werden. Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels und wird normalerweise in einer konstanten Rate mit dem Urin ausgeschieden. Daher ist seine Urin-Konzentration relativ stabil. Da der Urin im Verlauf des Tages mehr oder weniger variiert, dient diese Eigenschaft des Kreatinins als Korrektur-Faktor, wenn für die Mikroalbumin-Untersuchung Spontanurin verwendet wird. Die Mikroalbumin-Konzentration kann dann zu der des Kreatinins ins Verhältnis gesetzt werden und der entsprechende Quotient berechnet werden. Dadurch lässt sich eine Genauigkeit des Testergebnisses erreichen die mit der bei 24 stündiger Urin-Sammlung vergleichbar ist.
Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Der Patient wird gebeten den Urin in einem speziellen Gefäß entweder über 24 Stunden oder auch eine kleinere Zeitspanne von z. B. 4 Stunden oder über Nacht zu sammeln, aus der der Test durchgeführt wird. Zunehmend geht man jetzt auch dazu über, eine Probe des Spontanurins zu verwenden.