Wie wird der Test eingesetzt?
In der Grippezeit und:
- wenn die Grippewelle die Bevölkerung erreicht hat
- Bei klinischen Symptomen, die denen von Patienten mit bekannter Influenza gleichen
- Keine Hinweise auf eine sekundäre Komplikation vorliegen,
dann kann man eine Influenza Infektion diagnostizieren werden, ohne einen aktuellen Influenza Test durchgeführt zu haben.
Ist das 48 Stunden-Fenster der Möglichkeit einer antiviralen Therapie abgelaufen wird man den Patienten nach Hause schicken und Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr und Medikamente zur Linderung der Beschwerden empfehlen (dies war die Standartbehandlung der Grippe, bevor eine Testung und eine Behandlung möglich waren).
Warum sollte man den Influenza Test dann überhaupt durchführen?
Weil die Grippe tödlich sein kann, es eine Behandlung gibt, die den Schweregrad der Erkrankung lindern kann und das Wissen, dass die Grippewelle die Bevölkerung erreicht hat, dazu dienen kann, die Ausbreitung zu minimieren (die beste Therapie ist die Vorsorge, also eine Grippe-Schutzimpfung). Der Influenza- Test wird zur Diagnose einer Influenza A- oder B- Infektion eingesetzt und kann diese von anderen bakteriellen und viralen Infektionen unterscheiden, die einen schwereren Verlauf haben könnten und getrennt voneinander behandelt werden müssten.
Influenza- Schnelltests werden in den ersten 48 Stunden, nachdem die Symptome aufgetreten sind, zur Diagnose- und Behandlungsindikationsstellung eingesetzt. In der ersten Krankheitswoche wird der Schnelltest dazu benützt Krankheitsausbrüche zu erkennen. Der molekulargenetische Nachweis (PCR) wird zur Bestimmung des jeweiligen Stammes der Viren und zur Zurückverfolgung des Infektionsweges eingesetzt (manchmal kann sich das Influenzavirus so stark verändern, dass die Impfung weniger wirksam ist und ein nicht erwarteter Virusstamm dominant wird). Die PCR wird ebenfalls zur Diagnose anderer viraler Erkrankungen verwendet, die ähnliche Symptome wie die Grippe verursachen können.
Wann wird der Test angefordert?
Der Influenza- Test wird nur in der Grippezeit und wenn ein Patient unter Atemwegsbeschwerden und Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Erschöpfung, verstopfter Nase, rauem Hals und Husten leidet, durchgeführt. Ist bereits bekannt, dass die Grippewelle die Bevölkerung erreicht hat, kann ein Influenza- Schnelltest durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen und eine mögliche Indikation zur anti- viralen Therapie zu stellen.
Ist noch nicht bekannt, dass die Grippewelle die Bevölkerung erreicht hat, kann der Influenza- Schnelltest dazu eingesetzt werden, die erste Influenzaerkrankung und damit die Ankunft der Grippewelle zu dokumentieren und die Diagnose zu stellen. Man kann den Influenza- Test gleichzeitig mit anderen Tests, wie RSV- Test (respiratory syncytial Virus- ein Virus das häufig Kinder und Senioren befällt), oder Bakterienuntersuchungen, wie der Streptokokken-Test (Suche nach Streptokokken der Gruppe A, welche die bakterielle Rachenentzündung verursacht) durchführen, insbesondere bei unklarer Ursache einer Infektionserkrankung.
In seltenen Fällen kann man eine Influenza- Infektion außerhalb der Grippezeit erwerben (bei Reisen im Ausland, vor allem in Gebiete, in denen die Grippewelle zurzeit vorkommt). In diesem Fall sollte man eine genauere Untersuchung als den Influenza- Schnelltest durchführen um eine definitive Diagnose stellen zu können.
Was bedeutet das Testergebnis?
Bei einem positiven Testergebnis liegt höchst wahrscheinlich eine Infektion mit Influenza A oder B vor. Das Testergebnis macht jedoch keine Aussage über den Schweregrad der Erkrankung und ob weitere Komplikationen der Erkrankung auftreten werden.
Positive PCR-Nachweise können zusätzliche Informationen über den Virenstamm geben. Eine Virenkultur ist teuer und benötigt lange Zeit, der Nutzen dieser Untersuchung für den Patienten ist meist gering, sodass diese Untersuchung kaum mehr durchgeführt wird.
Ein negatives Testergebnis kann heißen, dass man an einer anderen Infektion als Influenza erkrankt ist, oder dass nicht ausreichend viele Viren in der Probe waren, um sie messen zu können. Dies kann entweder durch eine schlechte Probe oder weil man die Grippe bereits einige Tage hatte (im Spätstadium der Grippe werden weniger Viren in das Bronchialsekret abgegeben), bedingt sein. Hier kann der Antikörpertest weiterhelfen; IgA Antikörper können auch noch mehrere Wochen nach der Infektion und IgG-Antikörper Jahre positiv sein. Der/die behandelnde Arzt/Ärztin wird das negative Testergebnis und die klinischen Symptome dazu nützen, eine bestmögliche Therapie für den Patienten zu empfehlen.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Die Grippe verschwindet behandelt oder unbehandelt nach ca. 1-2 Wochen, Husten und ein allgemeines Krankheitsgefühl können noch länger bestehen bleiben. Wenige Patienten können jedoch schwere sekundäre Komplikationen entwickeln. Diese Komplikationen treten meist zum Zeitpunkt auf, da die Grippebeschwerden verschwinden. Jeder kann diese Komplikationen entwickeln, jedoch Kinder, Senioren, Menschen mit einer Schwäche des Immunsystems und Patienten mit einer bekannten Lungenerkrankung sind häufiger betroffen. Komplikationen wie Pneumonie, Sepsis (schwere Infektion, die im Blut nachgewiesen werden kann und im Körper weit ausgebreitet ist) und Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) können sehr schwer verlaufen und erfordern eine sofortige medizinische Behandlung.








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