Wie wird der Test eingesetzt?
HsCRP wird als prädiktiver Parameter eingesetzt, um das kardiovaskuläre Erkrankungsrisiko abzuschätzen. Gegenwärtig wird die CRP-Konzentration zwischen 0 und 3 mg/l in Tertile (0-1, 1-3, >3 mg/l) eingeteilt. Dabei weisen Personen, deren hsCRP im oberen Teil des normalen Wertebereiches (>3mg/L) liegt, ein 1,5-4fach erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden als solche Personen, deren hsCRP im unteren Teil (<1mg/L) des normalen Wertebereichs liegt.
CRP spielt eine wichtige Rolle in der unspezifischen Abwehr des Immunsystems. Der Nachweis von CRP ist daher grundsätzlich nicht auffällig.
Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Gegenwärtig besteht kein eindeutiger Konsens über den Einsatz der hsCRP-Bestimmung. Grundsätzlich ist der Test geeignet, sowohl in einem gesunden Kollektiv als auch bei Patienten mit bereits erfolgten atherosklerotischen Komplikationen (z.B. Angina pectoris, Herzinfarkt) eine Risikoabschätzung durchzuführen, die für die Primär- und Sekundärprävention geeignet ist.
HsCRP wird normalerweise zusammen mit anderen Tests durchgeführt, welche das Risiko einer kardiovaskuläre Erkrankung anzeigen, meist Triglyceride und Gesamt-Cholesterin, sowie LDL/ HDL-Cholesterin oder Apolipoprotein Bestimmungen. Einige Experten meinen, der beste Weg, das Erkrankungsrisiko abzuchätzen, sei die Kombination eines guten Entzündungsmarkers, wie CRP, mit dem Quotienten aus Gesamt-Cholesterin und HDL-Cholesterin bzw. ApoB und Apo A-I.
Aufgrund einer Querschnittsbetrachtung der bis 2003 veröffentlichten Studien haben die American Heart Association und Centers for Disease Control and Prevention (AHA/CDC) im Januar 2003 folgende Empfehlungen zur Indikation der Bestimmung von hsCRP veröffentlicht:
A) Keine generelle hsCRP-Bestimmung
- Allgemeinbevölkerung. Man solle sich weiterhin auf Hochrisikofaktoren wie Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Rauchen und Diabetes konzentrieren.
- Nicht zur Kontrolle des Behandlungserfolgs allein über die Reduktion der hsCRP-Konzentration
B) Sinnvolle Bestimmung von hsCRP
- Der hsCRP-Test ist nützlich als unabhängiger Risiko-Marker und als „Ermessens-Werkzeug“ bei Patienten mit moderatem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, um als Beurteilungshilfe die weitere Behandlungsstrategie festzulegen.
Was bedeutet das Testergebnis?
Die Testergebnisse werden üblicherweise anhand einer Verhältnisskala bewertet. Menschen mit den höchsten Werten haben das größte Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln und umgekehrt. Dieser Umstand wird oft in Form von Perzentilen, also als bestimmter Teil von Hundert, ausgedrückt. Es gibt Quantilen (5 Teile), Quartilen (4 Teile) und Tertilen (3 Teile). Anschaulich macht dies eine große Studie, nach der Personen in der obersten Quintile (also 20% der Menschen, welche mit ihren CRP-Werten an oberster Stelle stehen) ein doppelt so großes Risiko haben, an einem Herzleiden zu erkranken als diejenigen, welche mit ihren Werten in der untersten Quintile erscheinen (also bei 20% der Menschen mit den geringsten Messwerten).
Die AHA/CDC definierte folgende Richtwerte:
- Geringes Risiko: weniger als 1,0 mg/l
- Mittelgradiges Risiko: 1,0 bis 3,0 mg/l
- Hohes Risiko: über 3,0 mg/l
Das höchste Risiko weisen Personen auf, die ein CRP > 3 mg/l und erhöhte Cholesterinkonzentrationen aufweisen. Offenbar weisen beide Marker ein additives Risko auf.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Antientzündliche Medikamente (z.B. ASS (Aspirin®), Ibuprofen, Naproxen) oder Statine (Cholesterinsenker), können die CRP-Werte im Blut senken.
Da CRP ein Marker für eine bestehende Entzündung ist, sollten Bestimmungen von hsCRP zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos ausschließlich bei gesunden Personen durchgeführt werden. Vor kurzem durchgemachte Erkrankungen, Verletzungen, Infektionen oder Entzündungen erhöhen den CRP-Wert und täuschen somit ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko vor.
Da hsCRP- und CRP-Tests das gleiche Molekül messen, ist bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie z. B. rheumatoide Arthritis, ein hsCRP Test in Bezug auf das kardiovaskuläre Risiko nicht diagnostisch relevant. Die CRP Konzentrationen liegen bei diesen in Folge ihrer rheumatoiden Arthritis oberhalb von 5 mg/L.








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