hCG

uch bekannt als: HCG, ß-HCG
Bezeichnung: Schwangerschaftstest, qualitatives hCG, Humanes Chorion-Gonadotropin, beta-HCG
Ähnliche Tests: AFP Maternal

Was wird untersucht?
Bei hCG handelt es sich um ein Hormon, das von der Plazenta (Mutterkuchen) einer schwangeren Frau produziert wird. Ein Schwangerschaftstest ist ein spezifischer Blut- oder Urintest, der dieses Hormon nachweisen und somit das Vorliegen einer Schwangerschaft sichern kann.  hCG kann in der Regel8 - 10 Tage nach einer ausgebliebenen Menstruation im Urin nachgewiesen werden (der Zeitpunkt ist abhängig vom verwendeten Test).Mit den meisten Serumtests kann hCG auch schon früher – häufig schon in der ersten Woche nach der Konzeption (Befruchtung) – detektiert werden.

Während der ersten Schwangerschaftswochen unterstützt das hCG die Funktion des Corpus luteum (Gelbkörper: entsteht aus dem Gewebsrest eines reifen gesprungenen Follikel). Im ersten Trimenon der Schwangerschaft (Dauer: 8 – 9 Wochen) steigt die Produktion von hCG kontinuierlich an und erreicht in der 8. bis 12. Schwangerschaftswoche das Maximum. Anschließend fällt der Spiegel wieder langsam im restlichen Verlauf der Schwangerschaft ab. Bereits wenige Wochen nach der Geburt ist hCG nicht mehr nachweisbar. Bei unkontrollierter Vermehrung von den Zellen der Plazenta, die normalerweise hCG produzieren (Zytotrophoblasten), kann das Hormon als Tumormarker verwendet werden. Darüber hinaus wird hCG auch von einigen Keimzelltumoren produziert.

Das hCG kann in verschiedenen Formen vorliegen, deren Konzentration von der Lokalisation (Plazenta / Blut / Urin) und von der Schwangerschaftsphase abhängt. Biologisch am bedeutendsten ist das reguläre (englisch: non-nicked) hCG, das aus zwei Untereinheiten besteht (a und ß). Die a-Untereinheit kommt bei verschiedenen Hormonen vor (neben dem hCG auch z.B. LH / luteinisierendes Hormon und FSH / follikelstimulierendes Hormon). Die ß-Untereinheit unterscheidet sich zwischen den genannten Hormonen und bedingt deren unterschiedliche Wirkung.

Neben der regulären hCG-Form liegt das hCG auch als gespaltene Form (englisch: nicked hCG) oder in hyperglykosilierter Form vor. Die letztgenannte Variante wird v.a. in der Frühschwangerschaft und bei invasiven Plazentatumoren gebildet. Weiterhin finden sich die a- und ß-Untereinheit auch als Einzelproteine, wobei die ß-Untereinheit v.a. im Urin gefunden wird.

Die verschiedenen Varianten haben auch in der labormedizinischen Diagnostik eine große Bedeutung, da die verschiedenen Testverfahren die Formen unterschiedlich gut detektieren. Der häufig gebrauchte Begriff „ß-hCG“ bezieht sich auf Testverfahren, die sowohl reguläres hCG als auch die frei vorliegende ß–Untereinheit nachweisen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Zur Erkennung einer Frühschwangerschaft („Schwangerschaftstest“) wird hCG üblicherweise aus dem Urin bestimmt. Am besten geeignet ist eine frische Probe des ersten Morgenurins. HCG kann jedoch auch im Blut nachgewiesen werden. Hierzu wird in der Regel venöses Blut aus einer Armvenenpunktion verwendet.


Letzte Aktualisierung am14.08.2008