CHr

uch bekannt als: CHr
Bezeichnung: Hämoglobinkonzentration pro Retikulozyt (concentration of haemoglobin per reticulocyte)
Ähnliche Tests: Blutbild, Blutbild, MCH, MCHC, MCV, RDW, Erythrozyten, EVB

Warum wird der CHr untersucht?
Der Hämoglobingehalt der Retikulozyten (CHr) wird im Rahmen der automatisierten Bestimmung des Blutbilds aus der Größe und dem Hämoglobingehalt (roter Blutfarbstoff) bestimmt. Der CHr gibt den durchschnittlichen Hämoglobingehalt in den Retikulozyten an. Die Retikulozyten sind als jüngste normalerweise im Blutvorkommende Entwicklungsvorstufen der reifen Erythrozyten hpchstens 5 Tage alt. Die Analyse der retikulozytären Zellindices gibt daher eine Aussage über die letzten fünf Tage. Aufgrund der langen Überlebenszeit der Erythrozyten von ca. 120 Tagen beträgt, zeigen sich Veränderungen der erythrozytären Zellindices erst nach 2–3 Monaten. Die Bestimmung des Hämoglobingehaltes der Retikulozyten (CHr) erlaubt deshalb frühzeitig Veränderungen der erythrozytären Indices zu erfassen.

Bei welchen Erkrankungen oder Symptomen sollte der CHr untersucht werden?
Der CHr und die anderen Erythrozyten-Indices werden im Rahmen der Untersuchung des Blutbilds untersucht. Ein Blutbild wird als eine der häufigsten Routineuntersuchungen durchgeführt. Eine wichtige Indikation ist die Untersuchung und Differenzierung einer Anämie Eine wichtige Indikation ist die Untersuchung und Differenzierung einer Anämie, z.B. bei:

  • Verdacht auf
    • Eisenmangel-Anämie
    • Vitamin B12 oder Folsäure-Mangel
    • Infektanämie
    • Tumoranämie
    • Hämolytische Anämie
  • Folgenden Symptomen oder Befunden
    • Müdigkeit
    • Verminderter körperlicher Belastbarkeit
    • Tachkardien
    • Atemnot
    • Uhrglasnägel, brüchige Nagel
    • Verfärbung der Haut
  • Nach schweren oder chronischen Blutungen
    • Hämorrhoiden
    • Gastrointestinale Blutungen
    • Unfälle
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Alkoholismus
  • Leberzirrhose
  • Nierenerkrankungen.

Der CHr erlaubt insbesondere die Erfassung von frühzeitigen Veränderungen, beispielsweise bei akuten hämolytischen Anämien, bei denen die Globaltests MCH, MCHC und MCV noch normal sein können.

In welchem Probenmaterial wird der CHr bestimmt?
Der CHr wird aus einer Blutprobe, in der Regel aus EDTA-Blut bestimmt.


Letzte Aktualisierung am12.01.2010