Wie wird der Test eingesetzt?
Der Test wird benützt, um im Blut gebildete Antikörper gegen die Bakterien, die die Borreliose (Lyme Krankheit) hervorrufen, zu bestimmen. Die Infektion betrifft viele Körpersysteme und beginnt bei vielen Personen mit einem kreisrunden Ausschlag an der Stichstelle und grippeartigen Beschwerden. Die Erkrankung kann voranschreiten und eventuell verschiedene chronische Symptome wie Entzündungen des Herzens, Arthritis und Erkrankungen des zentralen Nervensystem, welche die Meningitis einschließt, hervorrufen.
Wegen der Variabilität der Symptome von Mensch zu Mensch und dem verzögerten Auftreten der Antikörper gegen das Bakterium, unter Umständen erst 6-8 Wochen nach dem Zeckenstich, ist die Infektion schwer zu diagnostizieren. In einem Screeningtest, einem ELISA, kann die Höhe der Antikörper IgM/ IgG, die sich gegen das Bakterium Borrelia burgdorferi entwickelt haben, untersucht werden.
Antikörper anderer Bakterien können unter Umständen in diesem Test schwach mitreagieren, so dass bei einem positiven Testergebnis ein zusätzlicher Test (Western Blot) erforderlich ist, der den Kontakt mit Borrelienantikörpern bestätigt und auch noch Hinweise auf die Aktivität einer bestehenden Borreliose geben kann.
Letztendlich könnte noch ein DNA gestützter Test, basierend auf der Polymerase Kettenreaktion (PCR), durchgeführt werden, welcher sensitiver ist; er wird benutzt um das genetische Material des Bakteriums nachzuweisen. Der Nachweis von Borrelien-DNA im Blut ist nicht sinnvoll. Es wird diskutiert, ob eine solche Untersuchung aus dem Gelenkspunktat die Diagnose unterstützen kann. Auch der Nachweis der Borrelien-DNA in der Zecke selbst is möglich.
Zusammenfassend hilft der Antikörper-Test dem Arzt die Diagnose Borreliose zu bestätigen. Ist die Diagnose gestellt wird der Arzt die adäquate Therapie empfehlen.
Wann könnte der Test sinnvoll sein?
Bei Zeichen eines Zeckenstiches oder bei Aufenthalt in einem Gebiet mit großen Wildpopulationen kann der Arzt diese Bluttests veranlassen, um zu sehen, ob eine Borreliose (Lyme Erkrankung) vorliegt, falls keine sicheren Krankheitszeichen einer Borreliose vorliegen, jedoch Müdigkeit, grippeähnliche Symptome, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen bis Arthritis und ungeklärte Nerven oder Herzbeschwerden vorhanden sind,.
Was bedeutet das Testergebnis?
Ein postives Testergebnis besagt erstmal nur, dass irgendwann ein Kontakt, eine Infektion mit diesem Bakterium stattgefunden hat. In der großen Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um IgG-Antikörper, die über Jahrzehnte, möglicherweise ein Leben lang nachweisbar bleiben und nichts über eine aktuelle Erkrankung aussagen. Sogar IgM-Antikörper können lange Zeit nach einer ausgeheilten Infektion noch nachweisbar sein, ohne dass dass eine Borreliose, d.h. eine akute Infektion vorhanden ist. Nur bei entsprechenden Beschwerden sollte eine weitere Differenzierung der Antikörperantwort mit Hilfe des sog. Borrelienblots erfolgen. Dadurch kann eine spezifischere Aussage bezüglich einer möglichen Infektion getroffen werden. Es kann zwischen 3-30 Tage nach einem Zeckenstich dauern, bis Antikörper im Blut nachweisbar sind. Bei einem negativen Testergebnis kann daher trotzdem eine Infektion vorliegen, da der Antikörper Spiegel noch zu niedrig sein kann, um gemessen zu werden. In diesem Fall wird man eine Behandlung aufgrund der Krankengeschichte und der typischen Symptome der akuten Borrelieninfektion (z.B. ein typisches Erythema migrans) einleiten.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Borrelia burgdorferi gehört zu der Bakteriengruppe der Spirochäten. Andere Mitglieder dieser Gruppe, wie Syphilis oder Leptospirose (M. weil), können in verschiedenen Screeningtesten zu einem falsch positiven Testergebnis führen. Ein Bestätigungstest (Borrelienblot) sollte dann angeschlossen werden. Antibiotika können das Testergebnis beeinflussen, sodass eine vor dem Test begonnene Antibiotika-Therapie dem Arzt mitgeteilt werden muss. Eine frühe Antibiotikatherapie kann die Immunantwort abschwächen und so trotz Infektion zu einem sehr schwachen oder negativen Antikörpernachweis führen.








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