Harnsäure

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Bezeichnung: Harnsäure
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Können erhöhte Harnsäure-Werte auf leichte Art und Weise gesenkt werden oder müssen lebenslang Medikamente eingenommen werden?
In Abhängigkeit von der Ursache für die erhöhte Harnsäure-Konzentration und der harnsäurebedingten Erkrankung müssen Medikamente vorübergehend oder dauerhaft eingenommen werden. Im Falle eines akuten Gichtanfalls, der sehr schmerzhaft sein kann, wird der behandelnde Arzt für eine kurze Zeit das Medikament Colchicin und Nicht-steroidale Antiphlogistika wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) zur Eindämmung der akuten Entzündung verschreiben.

Allerdings kann es sein, dass für einige Jahre ein Basispräparat eingenommen werden muss, bis die Harnsäure-Konzentration wieder konstant normale Werte annimmt. Am häufigsten kommt in dieser Hinsicht Allopurinol zur Anwendung, das die Bildung der Harnsäure hemmt. Alternativ kann auch Probenecid gegeben werden, das die renale Harnsäure-Ausscheidung fördert. Grundsätzlich sind parallel zur medikamentösen Therapie diätetische Maßnahmen einzuhalten.

Was ist Gicht?
Gicht kann sich verschiedenartig manifestieren. Grob kann man eine akute, eine chronische und eine Gicht mit Nierenbeteiligung unterscheiden.

Eine akute Gicht gehört zu den häufigsten Ursachen für eine Arthritis. Eine Gicht-Attacke beginnt oftmals nachts und  hält ca. 12 Stunden oder sogar länger an. Sie geht einher mit Entzündungszeichen wie Schwellung, Schmerz und Rötung des betroffenen Gelenks. Normalerweise betrifft ein akuter Gicht-Anfall nur ein oder zwei Gelenke (in der Regel an den Füßen und Sprunggelenken). In der Mehrzahl der Fälle ist das Großzehengrundgelenk die Hauptlokalisation (Podagra). Die Patienten erwachen nachts aufgrund geringer mechanischer Reizung (z.B.  Reiben der Bettdecke an der Zehe) und haben sehr intensive Schmerzen. Die Gicht wird durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Gelenk verursacht, die eine Entzündungsreaktion provozieren. Auch ohne Behandlung geht die Symptomatik eines akuten Gicht-Anfall in der Regel nach einer Woche zurück. Danach können bis zur nächsten Attacke Monate oder sogar Jahre vergehen (sogenannte Interkritische Gicht). In der Folge ist eine zunehmende Anzahl von Gelenken beteiligt. In der Folge kann es zu Funktionseinschränkungen sowie in Extremfällen bis zur Behinderung kommen (siehe auch American College of Rheumatology). Deshalb ist es besonders wichtig zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine Therapie einzuleiten, wenn der Verdacht auf das Vorliegen einer Gicht besteht.  Im Rahmen der Diagnostik wird der behandelnde Arzt die Harnsäure-Konzentration im Blut bestimmen und evtl. sogar das betroffenen Gelenk mit einer Nadel punktieren müssen, um die Harnsäure-Kristalle nachweisen zu können.

Eine Form der chronischen Gicht ist die Tophöse Gicht, bei der es in Kombination mit den oben beschriebenen akuten Gichtanfällen oder auch ohne diese zur Bildung von knotigen Massen in Geweben des Bewegungsapparates kommt. Von der dieser Form der Gicht sind vor allem Frauen betroffen.

Weiterhin wird eine Gicht-Erkrankung der Niere unterschieden. U.a. kann es zu Kristallablagerungen im Gewebe mit Nierenfunktionseinschränkung oder zur Nephrolithiasis (Nierensteinbildung in den harnableitenden Gängen) kommen.

Ist  es richtig, dass Frauen angeblich keine Gicht bekommen können?
Nein, von der akuten Gichtarthritis sind zwar häufiger Männer betroffenen. Sie aber auch bei Frauen auftreten, insbesondere nach der Menopause. Andere Formen der Gicht wie z.B. die tophöse Gicht treten häufiger bei Frauen als bei Männern auf.


Letzte Aktualisierung am17.09.2009