T4

uch bekannt als: Gesamt T4, freies T4
Bezeichnung: Thyroxin
Ähnliche Tests: Schilddrüsenantikörper, TSH, T3

Was wird untersucht?
Man bestimmt die T4-Konzentration im Blut. T4 ist neben Trijodthyronin (T3) das wichtigste Schilddrüsenhormon. Der Schilddrüse - einer kleinen schmetterlingsförmigen Drüse direkt unter dem Adamsapfel - kommt eine lebenswichtige Funktion bei der Kontrolle des Energiehaushalts des Körpers zu.
Der Organismus verfügt über einen sogenannten Feedbackmechanismus, der die Hormonproduktion der Schilddrüse an- und abschaltet: Wenn der T4-Spiegel im Blut abfällt, setzt der Hypothalamus (Organ im Zwischenhirn) das Thyreotropin-Releasing-Hormon frei, das die Hypophyse (Organ, das unter dem Hypothalamus liegt) dazu anregt, TSH (Hormon, das die Schilddrüse stimuliert) freizusetzen. TSH wiederum induziert eine erhöhte T4-Produktion und/oder T4-Freisetzung durch die Schilddrüse. Ein erhöhter T4-Spiegel hemmt die Freisetzung von TSH.

In der Schilddrüse liegt zu ca. 90 % T4 und zu weniger als 10 % T3 vor. T4 wird in der Schilddrüse produziert, an das Protein Thyreoglobulin gebunden und in der Schilddrüse gespeichert. Wenn Schilddrüsenhormone benötigt werden, produziert sie T4 und/oder T3 und setzt die neu gebildeten Hormone zusammen mit dem gespeicherten T4 in den Blutkreislauf frei.

T4 kommt im Blut in freier (ungebundener) und in proteingebundener Form (vor allem an das Thyroxin-bindende Globulin, TBG) vor. Der Anteil der freien Form beträgt nur etwa 0,1 % des Gesamt-T4. Dieser freie Anteil stellt jedoch die aktive Form des Thyroxins dar. Für den Stoffwechsel wirksam ist allerdings nur T3: T4  wirkt nur dann auf den Stoffwechsel, wenn es zu einem aktiven Hormon (dem T3) umgewandelt wird. Diese Umwandlung erfolgt in der Leber oder in anderen Geweben.

Produziert die Schilddrüse aufgrund einer Fehlfunktion oder als Folge eines zu niedrigen TSH zu wenig T4, treten häufig Symptome einer Hypothyreose wie Gewichtszunahme, trockene Haut, Kälte-Intoleranz, unregelmäßige Monatsblutungen und Müdigkeit auf. Ist die Ursache für die zu geringe T4-Produktion Jodmangel, liegt oft eine stark vergrößerte Schilddrüse vor (der sogenannte Kropf).
Bei erhöhter T4-Produktion kommt es zu typischen Symptomen einer Hyperthyreose. Dazu zählen erhöhte Herzfrequenz, Angstzustände, Gewichtsverlust, Schlaflosigkeit, Händezittern und eine Schwellung im Bereich der Augen. Sowohl eine Unter- als auch eine Überfunktion der Schilddrüse kann zur weiblichen Unfruchtbarkeit führen.

Schilddrüsenfehlfunktionen sind meist durch Autoimmunkrankheiten verursacht. Beim Morbus Basedow tritt eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) auf, bei einer Hashimoto-Thyreoiditis meistens eine Hypothyreose (=Schilddrüsenunterfunktion). Bei Verdacht auf eine autoimmun verursachte Schilddrüsenkrankheit werden zusätzlich die Schilddrüsenantikörper (anti-TPO, anti-Tg) überprüft.
Sowohl eine Hyper- als auch eine Hypothyreose kann durch eine akute Entzündung der Schilddrüse, ein Schilddrüsenadenom, ein Schilddrüsenkarzinom oder durch eine überschießende bzw. unzureichende TSH-Produktion hervorgerufen werden. Die Auswirkungen dieser Krankheitsbilder auf die Schilddrüsenhormonproduktion werden mit Hilfe der Bestimmung des freien T4, eventuell ergänzt durch einen T3-Test,  überwacht.

Wie wird das Probenmaterial gewonnen?
Blut wird zentrifugiert; untersucht wird das Serum.


Letzte Aktualisierung am30.10.2007