Wie wird der der PT-Test (die INR) eingesetzt? Wann könnte die PT/ INR-Bestimmung sinnvoll sein?
Bestimmungen der Prothrombinzeit (oder Quickwerte), die in verschiedenen Labors bestimmt wurden, sind nur begrenzt miteinander vergleichbar. Aus diesem Grund gibt man noch zusätzlich die so genannte"International Normalised Ratio" (INR-Wert) an. Dieser Wert ist eine methodenunabhängige Größe, die auf einen Standard der Weltgesundheitsorganisation WHO bezogen ist. Die INR-Werte sind zwischen verschiedenen Labors vergleichbar (wichtig z.B. auf Reisen).
Eine gebräuchliche Fragestellung ist die Überwachung der Gerinnung unter der Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten wie Marcumar (Coumarin). Diese Medikamente unterstützten die Hemmung der Gerinnselbildung und werden zur Langzeittherapie bei Patienten mit einer überschiessenden Gerinnung, einschließlich Herzanfällen, Schlaganfällen und tiefer Venenthrombosen, verschrieben. Eine antikoagulative Therapie kann auch als vorbeugende Maßnahme bei Patienten mit künstlichen Herzklappen oder kurzzeitig bei Patienten nach operativen Eingriffen, wie beim operativen Kniegelenksersatz, angewandt werden. Die antikoagulative Therapie muss sorgfältig überwacht werden, um die Balance zwischen der Hemmung der Gerinnselbildung und überschiessenden Blutungen einzuhalten.
Bei Patienten mit einer gestörten Leberfunktion kann aus dem PT-Test (Quick) ein Hinweis auf die Syntheseleistung der Leber gewonnen werden und bei Patienten mit einer verminderten Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie bei einer Reihe von Darm- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen ist die Untersuchung sinnvoll. Die Untersuchung wird auch regelmäßig vor operativen Eingriffen durchgeführt, um Patienten mit einer gestörten Blutgerinnung zu erkennen. Hierzu gehören auch Patienten mit einem Mangel der Blutgerinnungsfaktoren FII, FV, FVII oder FX.
Vor einer Operation muss die PT bei Patienten, die nicht unter antikoagulativer Therapie stehen, angefordert werden, um eine Blutungsstörung auszuschließen und eine intakte Gerinnung zu bestätigen.
Was bedeutet das Testergebnis?
(Anmerkung: Für diesen Test steht kein Standard-Referenzbereich zur Verfügung. Da die Referenzbereiche von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. Alter, Geschlecht und Referenzpopulation beeinflusst werden, und darüber hinaus Methoden- bzw. Verfahrens-abhängig sind, sind die numerischen Testergebnisse zwischen verschiedenen Laboratorien nicht vergleichbar. Jeder Laborwert sollte daher auf den jeweiligen spezifischen Referenzbereich bezogen werden. Lab Tests Online empfiehlt daher ausdrücklich, die jeweiligen Testergebnisse mit dem behandelnden Arzt zu diskutieren. Weitere Informationen zu Referenzbereichen können der Rubrik „Referenzbereiche und Ihre Bedeutung“ entnommen werden.)
Das Testergebnis für die PT hängt von der verwendeten Methode ab und wird in Sekunden gemessen und mit den Durchschnittswerten gesunder Personen verglichen. Die meisten Labors berichten PT-Werte, die durch die INR normiert wurden. Patienten unter antikoagulativer Therapie sollten eine INR von 2,0 bis 3,0 für normale blutverdünnende Zwecke haben. Für einige Patienten mit hohem Risiko für eine Gerinnselbildung muss die INR höher sein- als Anhalt etwa 2,5 bis 3,5. Der behandelnde Arzt wird die INR zur Anpassung der jeweiligen Medikamentendosis verwenden, um die PT in den erwünschten Bereich zu verschieben. Eine verlängerte, Prothrombinzeit bedeutet, dass das Blut zur Bildung eines Gerinnsels länger als normal braucht. Bei Patienten, die nicht unter antikoagulativer Therapie stehen und trotzdem eine verlängerte PT aufweisen, können zusätzliche Laboruntersuchungen zur Bestimmung der Ursache notwendig werden.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Einige Stoffe wie Alkohol und Antibiotika können die PT/INR-Untersuchung beeinflussen. Insbesondere bei Patienten unter oraler Antikoagulation gibt starke Einflüsse von Medikamente. Antibiotika, Aspirin und Cimetidin können die PT/INR erhöhen. Barbiturate, orale Kontrazeptiva und Hormonersatztherapien und Vitamin K können die PT senken. Bestimmte Nahrungsmittel (wie Rinder- oder Schweineleber, grüner Tee, Brokkoli, Kichererbsen, Kohl, Rübengrün und Produkte aus Sojabohnen) beinhalten große Mengen an Vitamin K und können die PT-Ergebnisse beeinflussen. Es ist wichtig, dass dem behandelnden Arzt alle verordneten Medikamente bekannt sind und, ob eines oder mehrere der genannten Lebensmittel in größeren Mengen kürzlich verzehrt wurde, so dass die PT/INR-Werte dementsprechend interpretiert und korrigiert werden können.








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