Wie wird der Test eingesetzt?
Die Bestimmung von Cyclosporin wird zur Ermittlung der Medikamentenmenge im Blut durchgeführt und um zu erfahren, ob die Medikamentendosis therapeutische Konzentrationen erreicht hat, ohne einen toxischen Wert zu erreichen. Es ist aus folgenden Gründen wichtig die Cyclosporinkonzentrationen direkt zu messen:
- Es gibt keine gute Korrelation wie bei anderen Medikamenten zwischen der gegebenen Cyclosporin-Dosis und der Medikamentenkonzentration im Blut
- Die Absorption aus dem Darm und der Metabolismus (die Verstoffwechslung) des als Tabelle genommenen Cyclosporins kann von Patient zu Patient enorm variieren und auch bei dem selben Patienten von der Zeit der Dosis und der Nahrung abhängen
- Es gibt außerdem eine Variation der Blutkonzentrationen zwischen den verschriebenen Präparate-Marken des Cyclosporins
- Bei Transplantationspatienten ist es für das Überleben des Transplantats wichtig sicherzustellen, dass die Cyclosporinkonzentration hoch genug ist, um bei einer unmittelbar bevorstehenden Operation Abstoßungsreaktionen gegenüber dem Transplantat zu verhindern
- Cyclosporin im Blut muss im Falle der Rheumatoiden Arthritis oder Psoriasis zur Symptomabschwächung hoch genug sein
- Im Falle von Nierentransplantationen hilft die Blutkonzentration bei der Unterscheidung zwischen Nierenabstoßung und Nierenschaden in Folge zu hoher Cyclosporinkonzentrationen
- Cyclosporin ist mit vielen ernsthaften Nebenwirkungen assoziiert, die durch Überwachung der Blutkonzentrationen und Dosisanpassungen bei zu hohen Spiegeln vermieden werden können.
Mit der Überwachung der Cyclosporinkonzentrationen im Blut kann sichergestellt werden, dass jeder einzelne Patient die individuell richtige Menge und Rezeptur des Medikaments erhält, die benötigt wird , um seinen speziellen Fall zu behandeln.
Wann wird der Test angefordert?
Cyclosporin wird regelmäßig zu Beginn der Therapie auch täglich kontrolliert, wenn ein Dosisregime festgesetzt werden soll. Wenn einmal eine angemessene Dosis bestimmt worden ist, kann der Spiegel weniger häufig in etwa alle 1-2 Monate getestet werden.
Oft wird bei Transplantationen die Startdosis des Cyclosporins höher gewählt und dann über die Zeit der Langzeittherapie gesenkt. Bei Autoimmunerkrankungen kann beispielsweise bei Rheumatoider Arthritis oder bei Psoriasis, die Dosis erhöht werden, um die Symptome weiter zu verbessern wenn der Patient das Medikament gut verträgt. Mit jedem Dosiswechsel muss der Blutspiegel gemessen werden. Zusätzlich hängt die Häufigkeit der erforderlichen Blutuntersuchungen von einer Vielzahl von Faktoren ab:
- Art des transplantierten Organs
- Alter und allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
- Grunderkrankung
Ein Patient mit transplantierter Leber muss zum Beispiel regelmäßiger überwacht werden, da Cyclosporin hauptsächlich über die Leber metabolisiert wird. Eine gestörte Funktion der Leber kann die Beseitigung des Cyclosporins aus dem Blut verlangsamen. Tests werden außerdem häufiger angeordnet, wenn eine Organabstoßung oder Nierentoxizität vermutet wird.
Was bedeutet das Testergebnis?
Der therapeutische Bereich des Cyclosporins hängt sowohl von der Messmethode des Medikaments, als auch von dem Typen des Transplantates ab. Erhaltene Ergebnisse verschiedener Beispieltypen und Methoden sind nicht gegenseitig austauschbar. Der Arzt bekommt vom testenden Labor die jeweils entsprechende therapeutische Breite, um so das Testergebnis des Patienten einordnen zu können.
Die Mehrzahl der Institutionen benutzt Vollblut-Proben anstatt von Serum oder Plasma und entnehmen Proben 12 Stunden nach der letzten Dosis oder kurz vor der nächsten Medikamentendosis (Konzentrations-Tiefpunkt). Manche Labormethoden sind spezifischer für die Cyclosporinausgangsdosis, während andere Methoden den Ausgangswert plus seiner Metabolite messen, so dass ihre jeweiligen Bereiche schwanken.
Falls am Tiefpunkt die Spiegel unter den gewünschten Bereich fallen, besteht ein Risiko der Transplantatabstoßung oder dem Wiederauftreten von Symptomen. Falls die Spiegel über dem gewünschten Bereich liegen, besteht ein Risiko für toxische Nebeneffekte.
Einige Zeichen und Symptome der Cyclosporin-Toxizität sind:
- Nierenschaden
- Hoher Blutdruck
- Tremor
- Blutungen, Schwellungen, Überwachsungen des Zahnfleisches
- Hirsutismus
- Hyperlipidämie
- Proben von Transplantationspatienten, die zwei Stunden nach Cyclosporin-Einnahme gewonnen werden, zeigen die Konzentrationsspitzen auf. Hohe Cyclosporinspiegel in Konzentrationsspitzen-Proben korrelieren mit verminderten Abstoßungsraten insbesondere im ersten Jahr nach der Transplantation.
Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Da die therapeutischen Bereiche des Cyclosporins mit der vom Labor durchgeführten Art der Analyse variieren können, wird geraten, die Blutproben in der gleichen Institution während der Therapie testen zu lassen. Die Ergebnisse werden so gleichmäßiger und korrelieren besser mit dem therapeutischen Bereich.
Für andere Erkrankungen als Transplantationen kann Cyclosporin mit anderen Medikamenten wie Nichtsteroidale-Antirheumatika (NSARs) verordnet werden. Bei Transplantationen können andere nicht-abstoßende Medikamente zusammen mit Cyclosporin verwendet werden. Diese Medikamente arbeiten gemeinsam, um die Erkrankung zu behandeln. Darüber hinaus können Cyclosporin-Blutkonzentrationen von anderen eingenommenen Medikamenten beeinflusst werden. Der Patient sollte den behandelnden Arzt über zusätzlich genommene Medikamente informieren.
Cyclosporin kann einen Nierenschaden, besonders bei Patieten mit hohen Blutdruck verursachen. Deshalb sollte die Nieren mit Funktionstests überwacht werden. Anstiege der Blutfette können in einigen Fällen festgestellt werden und die Leberfunktion kann bei einer Cyclosporintherapie ebenfalls beeinflusst werden. Es sollten zusätzliche Labortests durchgeführt werden, um erhöhte Lipidwerte aufzuspüren oder um zu sehen, ob die Leber beeinträchtigt wird.