BNP

uch bekannt als: Herzspezifische Biomarker, Troponin, ANP, NT-proANP
Bezeichnung: B-Typ Natriuretisches Peptid (BNP), NT-BNP (NT-proBNP)
Ähnliche Tests: Kardiale Biomarker

Wie wird der Test eingesetzt?
BNP oder NT-proBNP werden v.a. zum Ausschluss bzw. zur Diagnosestellung und Schweregradeinteilung einer Herzinsuffizienz eingesetzt und erlaubt die Erfolgkontrolle der Therapie.
Grundsätzlich gibt es eine steigende Anzahl von Einsatzgebieten dieser Marker. Ihre klinische Bedeutung wird gegenwärtig in der medizinischen Forschung weiter untersucht und erscheint vielversprechend. Manche Krankenhäuser haben diese innovativen Tests noch nicht eingeführt.
Die Verdachtsdiagnose der Herzinsuffizienz wird zunächst"klinisch" anhand der typischen Beschwerden wie Atemnot, leichte Ermüdbarkeit und eingeschränkte körperliche Belastbarkeit gestellt und wird durch Röntgenuntersuchung, Echokardiographie (Herz-Ultraschall), Herzkatheter u.a. ergänzt. Andere Ursachen der Symptome - z.B. Lungenerkrankungen - müssen erkannt bzw. ausgeschlossen werden. Hierbei ergänzen BNP bzw. NT-proBNP die Herzinsuffizienzdiagnostik in wertvoller Weise.
Die neuen Blutmarker können aber auch als diagnostische Erstmaßnahme, als vorausgehender, einfacher Suchtest bei Herzinsuffizienz-typischer Symptomatik eingesetzt werden. Eine normale BNP- oder NT-proBNP-Konzentration schließt eine Herzinsuffizienz als Ursache der Beschwerden (Atemnot etc.) nahezu aus. Bei normalen Werten können also in manchen Fällen aufwendigere, nicht bei jedem Arzt verfügbare, kardiologische Untersuchungen entfallen und Kosten und Aufwand gespart werden. Erhöhte Werte bieten eine Entscheidungshilfe zu weiterführender Diagnostik oder Behandlung.
In vielen Fällen wird die Diagnose Herzinsuffizienz nicht oder spät gestellt. Klinische Studien zur Bedeutung der Herzinsuffizienzmarker bei der Früherkennung der Herzinsuffizienz z.B. bei Risikopatienten mit Hypertonie, Diabetes mellitus etc. sind im Gange.
 
Wann könnte der Test sinnvoll sein?

Der Test wird unter folgenden Umständen angefordert:

  • In der Arztpraxis, wenn der Patient Symptome einer Herzinsuffizienz bietet.
  • In der Notaufnahme, wenn die behandelnden Ärzte schnell entscheiden müssen, ob ein Notfall-Patient eine Herzinsuffizienz oder ein anderes medizinisches Problem (z.B. Lungenerkrankung) bietet.
  • Zur Überwachung einer Therapie gegen Herzinsuffizienz.

(Wenn der Patient künstlich hergestelltes BNP als Medikament gegen Herzinsuffizienz einnimmt, sollte NT-proBNP bestimmt werden und nicht BNP. Das als Medikament zugeführte BNP würde die natürlichen BNP-Werte des Patienten verfälschen.)

Was bedeutet das Testergebnis?
Eine Erhöhung der Werte für BNP oder NT-proBNP über das Normalmaß deutet darauf hin, dass der betreffende Patient an einer Herzinsuffizienz leidet bzw. an einer Erkrankung, die mit einer erhöhten Belastung des Herzens einher geht. Die Höhe der Werte korreliert häufig mit dem Schweregrad der Erkrankung. Sehr hohe Werte dieser beiden Substanzen bedeuten eine schlechte Prognose für den Patienten.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Bei Patienten, die Medikamente gegen eine Herzinsuffizienz einnehmen, sinken die Werte für BNP und NT-proBNP. Solche Medikamente sind z. B. ACE-Hemmer, Betablocker oder Diuretika. (Achtung: Bestimmte ß-Blocker können trotz ihrer positiven Wirkung auf die Herzinsuffizienz dennoch einen Markeranstieg bewirken).
Je älter Patienten sind, desto höher sind die Werte der beiden Substanzen im Blut. Frauen zeigen im Durchschnitt höhere BNP- und NT-proBNP-Konzentrationen als gleichaltrige Männer.
Obwohl beide Werte, BNP und NT-proBNP, bei einer unzureichenden Funktion des linken Ventrikels steigen und unabhängig voneinander gemessen werden können, sind die gemessenen Werte nicht direkt vergleichbar (da sie unterschiedlich rasch und über unterschiedliche Mechanismen aus dem Blut entfernt werden).
BNP und NT-proBNP können aufgrund ihres kleine Molekulargewichts über die Niere ausgeschieden werden. Für BNP gibt es daneben weitere Abbauwege über Rezeptoren und abbauende Enzyme. Besteht bei einem Patienten eine Nierenausscheidungsstörung (Niereninsuffizienz), so kann es zu einer Kumulation (Anstieg) und höheren Blutwerten v.a. des NT-proBNP kommen und damit zu einer zu kritischen Beurteilung der Herzinsuffizienz.


Letzte Aktualisierung am26.09.2006