Leitsymptome sind:

  • Diffuser heftiger Druckschmerz im Bereich des gesamten Abdomens mit Punktum maximum Epigastrium,
  • leichte Abwehrspannung, 
  • Gummibauch,
  • Meteorismus (Blähungen)

Laborwerte für die Diagnostik

  • Lipase im Serum oder Plasma stark erhöht (3fach über der oberen Referenzbereichsgrenze)
  • Entzündungsparamerter erhöht (Leukozyten- und Neutrophilenzahl im Blut, CRP)

Bewertung der Lipaseerhöhung für akute Pankreatitis

Trennschwelle

Diagnostische Sensitivität

Diagnostische Spezifität

Obere Referenzbereichsgrenze

90 –97 %

50 – 60 %

3 fache obere Referenzbereichsgrenze

85 % 

85 %

Die Höhe des Lipaseanstiegs sagt nichts zur Schwere der Erkrankung!

Weitere Labortests, die bei Verdacht auf das Vorliegen einer akuten Pankreatitis bzw. mögliche Komplikationen durchgeführt werden sind:

Leukozytose

>   15 /nl

Entzündung / akute Phase Reaktion
am 1. Tag IL-6
am 2. Tag CRP

CrP 

120 mg/dl

IL

-6 >  10 µg/l

Hämatokrit

>   50 % 

Plasmaverlust

Albumin

<  3,2 g/dl

Nüchtern Glucose

> 175 mg/dl 

Endokrine Insuffizienz

Harnstoff

>   42 mg/dl 

Hypoperfusion der Nieren

Kreatinin

> 2 mg/dl oder Anstieg

pO2

<   60 mmHg

Atemnotsysndrom

Thrombozyten

<     80 /nl 

Dissiminierte
intravasale
Gerinnung

AT III

Abfall

TPZ /INR, aPTT

 < 50 %,   >60 sec

AST

> 250 U/l

Leberschädigung

Calcium

Hypocalcämie

Bildung von Kalkseifen

Desweiteren werden die unten aufgeführten bildgebenden Verfahren bei der Diagnostik der Pankreatitis eingesetzt:

  • Ultraschall des Abdomens
  • ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikoskopie: endoskopische Darstellung der Gallenwege und des Pankreasgangs, bei der auch Gallensteine entfernt werden können.
  • CT (Computer-Tomographie)
  • MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie)

Auch Erkrankungen anderer Organe können zu ähnlichen Symptomen führen.
Wichtige Differentialdiagnosen der akuten Pankreatitis sind:

  • Ulcusperforation
  • Akute Erkrankungen des Gallenwegssystems
  • Myocardialinfarkt
  • Aortenaneurysmaruptur
  • Mesenterialvenenthrombose
  • Milzinfarkt
  • Akute Porphyrie
  • Heroinabusus
  • Mechanischer Ileus
  • Appendizitis
  • Enteritische Infektionen

Chronische Pankreatitis
Die chronische Pankreatitis geht charakteristischerweise mit immer wiederkehrenden Schmerzattacken einher, die denen einer akuten Pankreatitis gleichen können. Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung nehmen diese Schmerzattacken an Häufigkeit zu. Im Lauf der Zeit wird das Pankreas immer stärker geschädigt, wobei zunächst die exokrinen Zellen zerstört werden, so dass es konsekutiv zu einer Pankreas-Insuffizienz mit Maldigestion, Gewichtsverlust, Aszites, Pankreas-Pseudozystenbildung und Fettstühlen kommt. Wenn dann schließlich auch die endokrinen Zellen des Pankreas betroffen sind, kommt es durch den Insulin- und Glukagonmangel zu einem sog. pankreopriven Diabetes mellitus (Mangel an Bauchspeicheldrüsengewebe).

Die Schmerzsymptomatik bei der chronischen Pankreatitis kann intermittierend oder kontinuierlich imponieren, und verschlechtert sich häufig nach Nahrungsaufnahme oder Genuss von Alkohol.
Weitere Hinweise auf chronische Pankreatitis sind:

chronischer Bauchschmerz, Diarrhoe, Steatorrhoe,  Aszites, Gewichtsabnahme,
Vitamin-B12 Malabsorption, Hypocalcämie,  selten extreme Hypertriglyceridämie
Wichtig ist: Lipase oder Amylase sind meist normal

Differentialdignosen der chronischen Pankreatitis

  • Akute Entzündungen des Darmes
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn
  • MukoviscidoseSprue

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Letzte Aktualisierung am 01.12.2009