Beschreibung


Die Tuberkulose (TB) ist eine Infektionskrankheit, die durch Mycobacterium tuberculosis verursacht wird. Es können dabei verschiedenste Organsysteme betroffen sein, insbesondere manifestiert sich die Erkrankung aber in der Lunge. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt aerogen durch Tröpfcheninfektion oder andere Sekrete wie Speichel, Schleim oder Sputum. Die Verbreitung der Erreger in der Luft erfolgt hierbei in erster Linie durch Niesen, Husten oder Schneutzen. Bei einem Großteil der Infizierten ist das Immunsystem in der Lage, die Infektion durch Abschottung der Mykobakterien mit einem Schutzwall aus Leukozyten lokal einzudämmen. In diesen sog. Tuberkulomen können die Bakterien in inaktiver Form mehrere Jahre überdauern. Diese latente TB-Infektion geht normalerweise nicht mit stärkeren Krankheitserscheinungen einher, so dass sie auch lange Zeit unbemerkt bleiben kann. In dieser Latenzphase ist der Patient nur wenig oder gar nicht infektiös und in den meisten Fällen bleibt auch die Reaktivierung der TB aus.

Allerdings kann es besonders bei immunsupprimierten Patienten unmittelbar nach der Primärinfektion zu einer aktiven Tuberkulose mit starken Krankheitserscheinungen kommen. In weiteren 10 % der Fälle kann es auch noch nach einer längeren Latenzphase zu einer Reaktivierung und systemischen Streuung der Mykobakterien kommen.

Die Tb rangierte für mehrere tausend Jahre an erster Stelle der Todesursachen. Vor Einführung der antibiotischen Therapie wurde sie auch als Schwindsucht bezeichnet, weil die Betroffenen im Krankheitsverlauf regelrecht aufgezehrt wurden. Um die Infektionsraten zu senken, wurden die Patienten dann u. a. lebenslang in spezialisierten klinischen Einrichtungen, sog. Sanatorien untergebracht. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren in einzelnen Ländern wie z.B. den USA mehr als 80 % der US-amerikanischen Bevölkerung infiziert. Nach der Etablierung der antibiotischen Therapie ist die Inzidenz dann deutlich rückläufig gewesen. Heute steigt sie allerdings weltweit wieder an, mehr als 8 Millionen neue Fälle treten pro Jahr auf und mehr als 3 Millionen Betroffene versterben pro Jahr an der Erkrankung.

Derzeit treten in Deutschland den USA etwa 15.000 neue Fälle von Tuberkuloseinfektionen auf. Experten waren der Meinung, dass die aktiven Verlaufsformen weitgehend ausgerottet waren, bis es mit Beginn der 90ger Jahre des letzten Jahrhunderts die Raten plötzlich wieder zu steigen begannen. Die überwiegende Mehrheit der Fälle wurde dabei in überbevölkerten Einrichtungen oder Arealen wie Gefängnissen, Pflegeheimen oder Aussiedlerwohnheimen beobachtet. Am leichtesten empfänglich für eine Infektion erwesen sich dabei Menschen, die medizinisch unterversorgt waren, oder solche mit einer Suppression des Immunsystems, wie HIV/AIDS chronische Leber- bzw. Niereninsuffizienz oder auch Diabetes mellitus. Oftmals sind in diesen Fällen die beteiligten Errgerstämme multi-resistent gegen die eingesetzten Antibiotika. Man spricht deshalb auch von einer MDR (Multi-drug resistance). Dies ist ein Umstand, der die Therapie der TB deutlich erschweren kann. Obwohl urch entsprechende Maßnahmen seitens der Gesundheitsbehörden die hohe Rate an Neuinfektionen wieder etwas gesenkt werden konnte, bleibt die TB weiterhin ein ernsthaftes Problem für die nationale und internationale öffentliche Gesundheitsfürsorge.

Ähnliche Seiten

Auf dieser Seite

Labortest: Tuberkulose Diagnostik

Krankheitsbilder:     HIV, AIDS

Next
Letzte Aktualisierung am 26.11.2009