Beschreibung der Erkrankung
Die rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthrithis ist eine chronische Erkrankung, die normalerweise Gelenke wie die Gelenke der Finger und die Handgelenke, aber auch Ellbogen, Halswirbelsäule, Schultern, Hüften, Knie und Fußgelenke betriefen kann. Die rheumatoide Arthritis führt zu Schwellung, Rötung, Schmerzen und einer Funktionseinschränkung bis hin zum Verlust des erkrankten Gelenks. Weitere Symptome wie Müdigkeit, Fieber und Unwohlsein und Krankheitsgefühl treten häufig begleitend auf. Viele Betroffene entwickeln eine Anämie und weisen, besonders unter Einnahme von Kortikosteroiden wie Prednison, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose auf. Die Erkrankung kann auch auf andere Organe übergreifen, wie bei den Symptomen des Sjögren Syndroms, trockenen Augen und trockenem Mund.

Die rheumatoide Arthritis entwickelt sich gewöhnlich langsam in einem Alter zwischen 20 und 45. Mehr als 75% der Patienten sind Frauen. Von der rheumatoiden Arthritis ist die Osteoarthritis, bei der es in Folge von sportlicher Beanspruchung oder Verletzungen zu einem Gelenkabbau kommt, abzugrenzen. Die rheumatoide Arthritis befällt die Gelenke normalerweise symmetrisch, das heißt ist das Knie der einen Seite befallen, ist meist auch das der Gegenseite betroffen. Die Veranlagung zur Erkrankung kann teilweise auch vererbt werden, aber eine große Rolle spielen wahrscheinlich auch andere Faktoren, wie bestimmte Stimulanzien für diese Gene, vielleicht Bakterien oder Viren. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Einige Wissenschaftler vertreten auch die Meinung, dass Veränderungen bestimmter Hormone die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis bei Patienten fördern, die solchen Stimulanzien ausgesetzt waren.
Die international am meisten verwendeten Kriterien der Klassifikation der rheumatoiden Arthritis wurden vom American College of Rheumatology aufgestellt und umfassen die folgenden Punkte:

  • Morgensteifigkeit in und um die Gelenke von mindestens 1 Std. Dauer für mindestens 6 Wochen
  • Arthritis von 3 oder mehr Gelenkregionen, für mindestens 6 Wochen
  • Arthritis mindestens einer Region der Hand-, PIP- oder MCP-Gelenke für mindestens 6 Wochen 
  • Symmetrische Arthritis: mindestens eine der genannten Gelenkregionen beidseitig betroffen, für mindestens 6 Wochen 
  • Rheumaknoten: subcutane Knoten über Knochenvorsprüngen, den Streckseiten oder in Gelenknähe 
  • Rheumafaktoren, nachgewiesen mit einer Methode, die in weniger als 5% normaler Kontrollpersonen positiv ist 
  • Radiologische Veränderungen: Erosionen oder eindeutige Entkalkungen an den betroffenen Hand- oder Fingergelenken.

Nach der Klassifikation ist die Definition der rheumatoide Arthritis gegeben, wenn mindestens 4 dieser 7 Kriterien erfüllt sind.

Labortests
Zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis gehören Blutuntersuchungen auf Autoantikörper, die als Rheumafaktoren bekannt sind,. Der Test auf Rheumafaktoren weist im Blut die Anwesenheit von Antikörpern gegen die Rheumafaktoren nach, die bei Betroffenen häufig gefunden werden. Die spezifischen Marker für die rheumatoide Arthritis umfassen:

  • Rheumafaktoren
  • Anti-CCP (Cyclische citrullinierte Peptide)

Andere Untersuchungen, die bei der Diagnosestellung der rheumatoiden Arthritis und bei der Überwachung der Therapie unterstützend eingesetzt werden können, umfassen:

  • Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit - diese Untersuchung (auch Blutsenkung oder kurz BSG genannt) zeigt Entzündungen im Körper und den Aktivitätsgrad dieser Erkrankung an.
  • C-reaktives Protein (CRP) - auch diese Untersuchung weist auf eine Entzündung hin und ermittelt den Aktivitätsgrad der Erkrankung

Therapie
Es gibt viele Medikamentenklassen, die zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden. Zu ihnen zählen Schmerzmittel, nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs= non-steroidal anti-inflammatory drugs), Antirheumatika (DMARDs= disease-modifying antirheumatic drugs), Immunsuppressiva und Kortikosteroide (auch als Glukokortikoide bekannt). Patienten mit rheumatoider Arthritis können auch von Änderungen des Lebenswandels profitieren, wie mehr Bewegung und gemäßigtes Essen, Ruhepausen, Streßvermeidung und eine spezielle Pflege der Gelenke mit extra dafür gestalteten Hilfsmitteln und anderen Geräten, die eine wohltuende Wirkung auf die Gelenke ausüben können. Auch chirurgische Eingriffe können manchen Patienten Erleichterung verschaffen.

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Tests:
Rheumafaktoren (RF), BSG, CRP, Autoantikörper, CCP
Erkrankungen und Syndrome: Autoimmunerkrankungen, Arthritis, Lupus erythematodes

Weiterführende Informationen
Leitlinien der DGKL (http://www.dgkl.de/autoimmundiagnostik/arthritis.html)
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (http://www.dgrh.de)
Rheumatologische Assessments (http://www.dgrh.de/dgrhcontent/m1/k13/index.aspxx)
American College of Rheumatology: Rheumatoid Arthritis


Letzte Aktualisierung am 15.04.2007