Hypertension
Beschreibung der Erkrankung
Als Hypertension (oder Bluthochdruck) wird eine persistierende (andauernde) Erhöhung des Blutdruckes bezeichnet, die das Herz strapaziert und über längere Zeit zu Schäden an Organen wie den Nieren, dem Gehirn, den Augen und dem Herz führen kann. Der Blutdruck bezeichnet die Kraft, die das Blut auf die Wände von Arterien und Venen ausübt. Der Blutdruck hängt von der Kraft und der Frequenz des Herzschlags ab und entsteht, wenn das Herz oxygeniertes Blut aus dem linken Ventrikel (Kammer) des Herzens gegen den Widerstand der Arterien in die Blutbahn pumpt. Die Höhe des Widerstandes hängt von der Elastizität und dem Durchmesser der Blutgefäße sowie der Menge an Blut, die durch sie hindurch fließt, ab.Der Blutdruck ist dynamisch; das bedeutet, dass er abhängig vom Grad der Aktivität der jeweiligen Person, der Tageszeit und physischen sowie emotionalen Stressoren fällt bzw. sinkt. Bei gesunden Personen wird er überwiegend über das autonome Nervensystem kontrolliert, welches wiederum durch Hormone aus der Nebenniere reguliert wird; diese bestimmen die Menge an Natrium, Kalium und Flüssigkeit, die über die Nieren ausgeschieden wird (was wiederum Einfluß auf das Blutvolumen nimmt). Der Blutdruck wird auch durch Ansteigen oder Absinken der Herzfrequenz sowie Dilatation (Erweiterung) oder Konstriktion (Verengung) der Blutgefäße verändert. Sind einer oder mehrere dieser Regulationsmechanismen nicht in der Lage, angemessen auf die Bedürfnisse des Körpers zu reagieren, kann das zu einem permanenten Bluthochdruck führen.
Zur Beurteilung des Blutdruckes werden zwei Werte bestimmt: der systolische Druck- oder Spitzendruck, der bei der Kontraktion des Herzens auf die Gefäßwände ausgeübt wird- und der diastolische Druck- der Druck, der zwischen den Schlägen in der Entspannungsphase des Herzens in den Arterien herrscht. Beide Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben und werden in der Form systolischer/diastolischer Wert angegeben. Zum Beispiel entspricht ein Blutdruck von 120/80 mmHg einem systolischen Druck von 120 und einem diastolischen Druck von 80 und würde als „120 zu 80“ bezeichnet werden. Normalerweise finden sich bei Erwachsenen Blutdruckwerte von 110-130 systolisch zu 60-85 mmHg diastolisch. Bei jungen Frauen treten häufiger niedrige Blutdruckwerte auf. Die Grenzwerte des Blutdrucks sind fließend und werden entsprechend der Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Erwachsenen wie folgt eingeteilt:
- Optimaler Blutdruck ein systolischer Wert unter 120 mmHg und ein diastolischer unter 80 mmHg.
- Normaler Blutdruck- ein systolischer Wert unter 130 mmHg und ein diastolischer unter 85 mmHg.
- Prähypertension (Hoch-Normaler Blutdruck; Bezeichnet einen Zustand, bei dem der Blutdruck über die Normwerte erhöht ist und der in einen Bluthochdruck übergehen kann)- ein systolischer Druck von 130 bis 139 mmHg und/oder von 85 bis 89 mmHg diastolisch
Bluthochdruckbereich
- Hypertension, Grad 1- systolische Werte von 140- 159 mmHg und/oder 90 bis 99 mmHg diastolisch
- Hypertension, Grad 2- systolische Werte von 160 bis 179 mmHg und/oder 100 bis 109 mmHg diastolisch
- Schwere Hypertension, Grad 3- einem systolischen Wert von 180 mmHg oder mehr und/oder einem diastolischen Wert von 110mmHg oder mehr.
Aufgrund umfangreicher Studien kann je nach Vorhandensein von zusätzlichen Risikofaktoren das eines schweren Herzkreislaufereignisses (Herz-Kreislauf-Tod, nicht-tödlicher Schlaganfall, Herzinfarkt) in den nächsten 10 Jahren ermittelt werden. Zu den in diesem Zusammenhang relevanten zusätzlichen Risikofaktoren oder Komplikationen zählen:
- Männer älter als 55 J.
- Frauen älter als 65 J.
- Rauchen
- Erhöhtes LDL Cholesterin oder Gesamtcholesterin höher als 250 mg/dl
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Herz-Kreislauferkrankungen in der Familie
- zu niedriges HDL („gutes“ Cholesterin)
- Übergewicht
- sitzende Lebensweise - zu wenig Bewegung -
Bestehen beispielsweise bei einem Menschen mit lediglich einer frühen Hypertension Grad 1 ohne weitere Risikofaktoren, so liegt das Risiko eines schweren Herz-Kreislaufereignisses in den nächsten 10 Jahren unter 15%. Bei einem Menschen mit schwerergradiger Hypertonie Grad 3 und und 1 bis zwei zusätzlichen Risikofaktoren, z.B. regelmäßiges Rauchen und Übergewicht, so ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Herz-Kreislaufereignisses bei über 30%.
Normalerweise spiegelt der diastolische Druck den systolischen wider, aber mit zunehmendem Alter der Patienten sistiert der diastolische Blutdruck und ein Bluthochdruck betrifft folglich häufig isoliert den systolischen Blutdruck (sogenannte isolierte systolische Hypertension). Als Faustregel gilt: je höher der Blutdruck über längere Zeit liegt, desto größer ist auch sein Potential Schaden anzurichten.
Die Normalwerte des Blutdrucks bei Kindern werden gesondert beurteilt; hier werden die Werte mit der 95. Perzentile ihrer Altergenossen (abhängig von Geschlecht, Alter und Körpergröße) verglichen.
In den meisten Fällen ist die Ursache idiopathisch (also nicht bekannt). Diese Form des Bluthochdruckes wird auch als essentiell oder primär bezeichnet. Prinzipiell kann jeder davon betroffen sein, aber besonders häufig tritt er bei Männern- und hier besonders bei jenen mit afrikanischer Abstammung- sowie bei allen ethnischen Gruppen im Zuge des Alterungsprozesses auf. Die Hypertonie-Prävalenz In Deutschland liegt bei Männern bei 30 %, bei Frauen 26,9 % und im Osten jeweils höher als im Westen. Im Vergleich zu den USA und Kanada war der Blutdruck in allen Altersgruppen in Deutschland am höchsten. Die Häufigkeit der Hypertonie in Deutschland korreliert mit der Häufigkeit der Schalganfälle. Mindestens ein Drittel der Patienten weiß nicht, daß sie überhaupt an einem erhöhten Blutdruck leiden und nimmt daher auch keine therapeutische Hilfe in Anspruch. Meist verursacht der Bluthochdruck keine Symptome, bis er bereits begonnen hat, Organe zu schädigen. Aus diesem Grund wird er auch manchmal als „schleichender Tod“ bezeichnet: da er nahezu unbemerkt das Risiko für Insulte (Schlaganfälle), Herzerkrankungen, Myokardinfarkte (Herzinfarkte), Nierenschäden und Blindheit erhöht. Da der Bluthochdruck eine schleichende und häufige Erkrankung ist, bestimmt der Arzt bei jedem Patientenkontakt die Werte.
Obwohl es unter Umständen nicht immer möglich ist, die Ursache zu ergründen, sind einige Risikofaktoren bekannt, die zu einer Hypertension beitragen oder eine bereits vorliegende verschlechtern können. Zu diesen Faktoren zählt man:
- Übergewicht
- Ausschweifenden Lebenswandel
- Nikotinabusus (Rauchen)
- Übermäßigen Genuß von Alkohol
- Übermäßigen Natriumgehalt der Nahrung
- Einnahme oraler Kontrazeptiva
- Einnahme von Medikamenten wie Steroiden, Kokain und Amphetaminen
Der Hypertension kann auch ein erkennbarer Auslöser zugrunde liegen. Diese Form des Bluthochdrucks wird als sekundäre Hypertension bezeichnet. Von besonderer Wichtigkeit ist es dabei, die Ursachen zu erkennen, um sie beheben und/oder kontrollieren zu können. Dadurch kann sich der Blutdruck wieder auf Normwerte einpendeln. Als Ursache kommen in Frage:
- Nierenerkrankungen oder –schäden- Hieraus resultiert eine verminderte Ausscheidung von Salzen und Flüssigkeiten aus dem Körper, was im Gegenzug das Blutvolumen und den Blutdruck erhöht. Da die Hypertension auch zu Nierenschäden führen kann, kann daraus ohne Behandlung ein „Teufelskreis“ entwachsen.
- Herzerkrankungen - Hierbei kann die Kraft oder die Frequenz des Herzschlages beeinflußt werden. Dieser Prozeß kann auch weiter fortschreiten.
- Diabetes - Diese Erkrankung kann die Nieren schädigen und die Intaktheit der Blutgefäße im Verlauf der Zeit vermindern.
- Arteriosklerose- Dieser Begriff umschreibt eine Verhärtung der Arterienwände, die deren Fähigkeit, sich zu erweitern und zu verengen, einschränkt.
- Cushing-Syndrom - Eine Störung, die eine erhöhte Produktion des Hormons Kortison durch die Nebennieren mit sich bringt.
- Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)-Ein Krankheitsbild, das durch eine Überproduktion von Aldosteron charakterisiert wird (einem Hormon, welches hilft, die Retention und Exkretion des Natriums durch die Nieren zu regulieren) und unter Umständen durch einen (gewöhnlich gutartigen) Nebennierentumor hervorgerufen werden kann.
- Phäochromozytom - Einem Tumor der Nebenniere (selten und gewöhnlich gutartig), der übermäßige Mengen an Adrenalin (Epinephrin) produziert (einem Hormon, das der Körper für die Reaktion auf Streß ausschüttet); Betroffene leiden häufig an Episoden von schwerem Bluthochdruck
- Schilddrüsenerkrankungen - sowohl eine Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse kann zu einem Anstieg des Blutdruckes führen.
- Schwangerschaft - Während einer Schwangerschaft kann sich zu jeder Zeit eine Hypertension entwickeln, meist tritt sie aber während des letzten Trimesters auf, wo sie ein wesentliches Symptom der Präeklampsie (Toxämie) darstellt. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das durch einen erhöhten Blutdruck und einen vermehrten Flüssigkeitsverhalt charakterisiert wird.








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